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Die Kunstuhr
Die Rathausuhr besteht aus einer astronomischen Uhr (unten), einer Zeituhr (in der Mitte) und einer Mondphasenuhr (oben). Unten werden die Tage, Wochen und Monate (Tierkreiszeichen) angezeigt. In der Mitte kann die Uhrzeit (Minuten, Viertelstunden, Stunden) abgelesen werden, wobei der große Zeiger die Stunden anzeigt. Oben werden die Mondphasen angezeigt.
Mit dem Uhrwerk verbunden sind bewegliche Figuren. Zwei Engel drehen sich jeweils kurz vor dem Stundenschlag. Der rechte Engel bläst Posaune, der linke zählt mit einem Zepter die Glockenschläge und dreht eine Sanduhr. Unter der Stundenanzeige befinden sich zwei Widder, die stündlich mit den Köpfen zusammenstoßen. Unter den Widdern ist eine Hahnenfigur montiert, die jeweils zur vierten, achten und zwölften Stunde kräht und die Flügel bewegt. Über der Mondphasenuhr sind zwei Putten angebracht, von denen eine viertelstündlich die Glocke anschlägt.
Die Uhr wurde 1579 und 1580 von Isaak Habrecht und seinem Gesellen Hans Müller gebaut. Von Habrecht stammen auch die berühmten astronomischen Uhren im Straßburger Münster und am Ulmer Rathaus.
Die Höhe der Uhr beträgt ohne den Glockenaufsatz insgesamt 10,50 m; das oberste Zifferblatt hat einen Durchmesser von 155 cm, das mittlere von 320 cm und das unterste von 345 cm. Das ursprünglich eingebaute Uhrwerk wurde wohl spätestens bei einer großen Restaurierung im Jahr 1896 durch ein Werk der Firma Hörz ersetzt. Über den Bau und die genaue Funktionsweise des Uhrwerks von Habrecht ist leider nichts überliefert.
Vor allem der Hahnenschrei und der Posaunenklang haben manche Rätsel aufgegeben und auch in der Neuzeit immer wieder technische Neuerungen veranlasst – sie werden jetzt elektroakkustisch erzeugt. Die heutige Uhr ist ein Nachbau aus dem Jahr des Wiederaufbaus 1953. Das Werk stammt wiederum von der Firma Hörz in Ulm und tut bis heute seinen Dienst.
Am 5.8.2003 krähte der Hahn um kurz vor 13 Uhr ohne Unterlass und wurde bis zur Behebung des Defekts (ein Schutzschalter hatte wohl hitzebedingt ausgelöst) stillgelegt.
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