Kasernen in Heilbronn (1806–1992)

English text

Kaserne im Deutschhof (ehemalige Kommende des Deutschen Ritterordens)

1806 Nutzung als Kaserne durch verschiedene württembergische Infanterieregimenter.

1848/49 war das 8. Infanterieregiment an den revolutionären Unruhen beteiligt und wurde deshalb nach Ludwigsburg verlegt. Bis 1883 war Heilbronn nicht mehr Garnisonsstadt.

Kaserne im Deutschhof
Der Deutschhof in Heilbronn als Kaserne (um 1840)

Füsilierkaserne, Kernerstraße 65 (zwischen Bismarck- und Karlstraße)

1880 Baubeginn

1883 Belegung mit Teilen des 4. württembergischen Infanterieregiments 122

1921 Auflösung der Garnison Heilbronn

1934 Stationierung von Soldaten der Deutschen Wehrmacht und Umbenennung in Moltkekaserne

1948 Umbennung in Frankenhof

1956 Abriss

Füsilierkaserne, Kernerstraße 65
Die Füsilierkaserne um 1911

Ludendorffkaserne, Admiral-Scheer-Straße (heute: Badener Straße)

1935 Neubau als Kaserne für Schwere Artillerie der Deutschen Wehrmacht

1945-1950 Nutzung als Lager für durch IRO (International Refugee Organisation)

1948 Umbenennung in Badener Hof-Kaserne

ab 1952 Belegung mit amerikanischen Truppen

1992 Abzug der US-Truppen

1994 Abriss und Neubebauung als Wohngebiet

 

Ludendorffkaserne 1939
Die Ludendorffkaserne 1939.

Schlieffenkaserne, Schlieffenstraße 8-14 (heute: John-F.-Kennedy-Straße)

1935 als Neubau der Deutschen Wehrmacht in Betrieb genommen

1945-1951 Nutzung als Lager für "Displaced Persons" durch IRO

1948 Umbenennung in Hessenhof

1952 nach Belegung mit amerikanischen Truppen Umbenennung in Wharton Barracks

1992 Abzug der US-Truppen; Abbruch der Gebäude bis auf wenige Reste (3 Blocks entlang der Stuttgarter Straße);

seit 1999 Neubebauung als "Businesspark Schwabenhof"

Schlieffenkaserne um 1940
Die Schlieffenkaserne um 1940.

Priesterwaldkaserne, Tiroler Straße 185 (heute: Charlottenstraße)

1936 als Neubau der Deutschen Wehrmacht in Betrieb genommen

1938 Benennung in Priesterwaldkaserne

1945-1951 Nutzung als Lager für "Displaced Persons" durch IRO

1948 Umbenennung in Schwabenhof

1952 nach Belegung mit amerikanischen Truppen Umbenennung in Wharton Barracks

1992 Abzug der US-Truppen; zunächst Nutzung der Gebäude als Asylbewerberheime, dann Abriss;

seit 1999 Neubebauung als "Businesspark Schwabenhof"

Priesterwaldkaserne an der Charlottenstraße um 1940
Die Priesterwaldkaserne an der Charlottenstraße um 1940.

Als Herbert-Hoover-Siedlung und Kennedy-Siedlung wurden die in den 1950er Jahren zusätzlich zu den Wharton Barracks entstandenen Wohngebiete der amerikanischen Garnison bezeicnet. Sie werden weiterhin als Wohnungen genutzt.

Schwabenhofkaserne
Im Jahr 1952: Blick auf die Schwabenhofkaserne.


Von den polnischen Insassen des DP-Lagers wurde zur Erinnerung an ihre Landsleute, die den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt haben, 1945/46 ein Kreuz errichtet, das Polenkreuz auf dem Gelände der ehemaligen Wharton Barracks stand und 1998 als Kulturdenkmal eingestuft wurde. Im Zuge der Umstrukturierung des ehemaligen Kasernengeländes erhielt das Kreuz einen anderen Standort an der Charlottenstraße in einer kleinen Grünanlage. Mit einem neuen Sockel und einer Inschrift im Boden erinnert es an das frühere DP-Lager.

Das Polenkreuz
Das Polenkreuz an der
Charlottenstraße.