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Stadtmauer und Stadtbefestigung
Die Stadtbefestigung zog sich in mehreren Linien um Heilbronn.
Im Westen – jenseits des Neckars – verlief ein von einem Landturm gesicherter Graben, im Osten schützten die umgebenden Berge das Stadtgebiet.
Die innere Stadtmauer war etwa 8 m hoch, der davor liegende Zwingergraben 5 m breit und die äußere Zwingermauer hatte eine Höhe von 4,5 m.
Vorgelagert floss der Wassergraben, bis zu 18 m breit und bis zu 9 m tief, auf der Außenseite gemauert.
Die Befestigungsanlagen wurden über Jahrhunderte hinweg ausgebaut, verändert, erweitert und nach und nach wieder abgetragen.
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Heilbronn 1617 Stadtansicht von Georg Braun und Franz Hogenberg
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Ihre Anfänge sind unbekannt – vielleicht war schon die erste Ansiedlung am Neckar befestigt. Grundlegende Fragen der frühen Stadtgeschichte sind jedoch bis heute offen: War die Keimzelle eine Kaufmannssiedlung an der Neckarfurt? Wo lag der Königshof – auf dem Gelände des späteren Spitals?
Gab es im 11. Jahrhundert schon eine Mauer? Dies berichten zumindest die Weinbüchlein.
Und die Stadt hatte um 1100 einen Markt, eine Münzstätte und einen Hafen. Im gleichen Zusammenhang wird ein Dorf namens Hanbach genannt.
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Rekonstruktionsversuch: Heilbronn um 800
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Die erste Stadtmauer könnte zwischen Lothorstraße im Norden, Sülmer- und Fleiner Straße im Osten, Kirchbrunnenstraße im Süden und Neckar verlaufen sein.
Im „Nordhäuser Vertrag“ heißt Heilbronn erstmals „Oppidum“ – ein Hinweis auf eine befestigte, stadtähnliche Siedlung.
Möglicherweise wurde auch in Heilbronn im 13. Jahrhundert die Befestigung ausgebaut – die Stadt ist zwar 1241 in der Reichssteuerliste erwähnt, es fehlt jedoch der explizite Hinweis auf den Mauerbau.
Einige der Stadttürme sind um 1290 erbaut worden.
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Rekonstruktionsversuch: Heilbronn um 1100
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Im 14. Jahrhundert wurde das „Untere Viertel“ im Norden der Stadt in die Befestigung einbezogen.
1482 wurde die Stadtmauer um einen Wehrgang mit Brustwehr ergänzt.
Im Dreißigjährigen Krieg und in den Jahren danach versuchten die Kriegsparteien, die Stadt nach modernen Gesichtspunkten zu befestigen – durch die Anlage von Bastionen und Erdwerken.
1674 baute der elsässische Festungsbaumeister Johann Jacob Arhardt die Anlagen weiter aus.
Auch die Schanzen, die Markgraf Ludwig von Baden 1692/1693 während des pfälzischen Erbfolgekrieges auf den Höhen anlegen ließ, sollten die Stadtbefestigung verstärken.
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Einteilung in Stadtviertel
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Im 18. Jahrhundert hatte die Stadtbefestigung ihre Wehrhaftigkeit verloren.
Goethe schreibt 1797:
„Eine schöne Allee führt um den größten Theil des Grabens: Sie besteht aus Linden und Kastanien, die als Gewölbe gehauen und gezogen sind; die Gärten stoßen gleich daran in größern und kleinern Besitzungen.“
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Stadtgraben und Allee; 1829 Lithographie der Gebrüder Wolff
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