3. Grundlagen der Industrie - Öl- und Papiermühlen

Heilbronner Kaufleute wie Georg Friedrich Rund investierten ihr Kapital in Mühlen, nutzten die Wasserkräfte des Neckars und schufen damit die Grundlage für die Industrialisierung Heilbronns. Später wurde Heilbronn durch Papierfabriken wie die der Firma Rauch zu einer Papiermetropole. Die beiden Firmen Rund und Rauch sind zwei geeignete Beispiele für die Entstehung der Heilbronner Industrie aus der Mühlenbetrieben heraus.

3. a: Ölmühlen am Beispiel der Firma Rund


Die Ölmühlen, deren Gründung fast ausnahmslos in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte, stellten die wichtigste Gruppe der Heilbronner Mühlenindustrie dar. Sie bildeten nicht nur den ältesten Zweig der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in der Stadt, sondern der Heilbronner Industrie überhaupt.

Mühlen von Sperling & Baumann
Anwesen der Öl- und Malmühlen Sperling & Baumann an der Kranenstraße, um 1836 (Lithografie Gebr. Wolff)

Baumannsche Ölmühle, 1820
Die Ölmühlen, deren Gründung fast ausnahmslos in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte, stellten die wichtigste Gruppe der Heilbronner Mühlenindustrie dar. Sie bildeten nicht nur den ältesten Zweig der Nahrungs- und Genußmittelindustrie in der Stadt, sondern der Heilbronner Industrie überhaupt. Die Baumannsche Ölmühle wurde 1771 von G. A. Baumann gegründet. Sie stand, wie alle Ölmühlen, vor dem Brückentor in der Nähe des städtischen Kranens. In ihr sind während des folgenden Jahrhunderts mehrere andere Mühlbetriebe aufgegangen, doch mußte sie 1882 selbst liquidieren. Sie ging auf die Firma Karl Hagenbucher und Sohn über, die es verstand, im Laufe weniger Jahrzehnte den größten Teil der alten Heilbronner Mühlbetriebe zu erwerben. Das Unternehmen war zweifellos das bedeutendste der Heilbronner Ölindustrie, die vor 1914 nicht weniger als ein Drittel der gesamten Ölerzeugung des damaligen Deutschen Reiches produzierte.
Aus: Helmut Schmolz/Hubert Weckbach: Heilbronn Geschichte und Leben einer Stadt, Text Nr. 427)

Baumannsche Ölmühle an der Kranenstraße, 1820
Die Baumannsche Ölmühle an der Kranenstraße, 1820 (Bleistiftzeichnung Gebr. Wolff)

Neben der Firma Hagenbucher, die aus der Baumannschen Ölmühle hervorging, spielt die Firma Rund eine wichtige Rolle für die Industrialisierung Heilbronns. Hier wird sichtbar, wie Gründerpersönlichkeiten immer neue Möglichkeiten fanden, die Antriebskraft des Neckars zu nutzen.

Eine Serie von Ölmühlen-Gründungen: Georg Friedrich Rund
Mit ihm trat der erste Heilbronner Industrielle ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Der am 17. März 1701 als Sohn des Traubenwirts gleichen Namens in Stetten im Remstal geborene Georg Friedrich Rund, kam als junger Kaufmann Ende 1725 in die Reichsstadt Heilbronn, um das damalige gutgehende Pfeil’sche Speditionsunternehmen für die Witwe des verstorbenen Senators Pfeil fortzuführen. Rund gab dafür eine fünfjährige Tätigkeit in Erfurt auf sowie seine Absicht, in Paris eine berufliche Weiterbildung zu beginnen.
Rund scheint in Heilbronn schnell heimisch geworden zu sein. Er heiratete am 8. Juli 1727 die Nichte der Witwe Pfeil, Sophie Cordula Köhler, wurde am 24. September desselben Jahres Heilbronner Bürger, übernahm die von ihm geleitete Spedition und führte sie unter seinem Namen fort. So entstand 1727 die Firma Georg Friedrich Rund, die 1927 als ältestes Heilbronner Unternehmen zweihundert-jähriges Betriebsjubiläum feiern konnte.

Firmen Rauch und Rund
1930er Jahre: Blick aus der Unteren Neckarstraße auf die Firma Georg Friedrich Rund (links, Hefenweiler 26-30) und die Papierfabrik der Gebrüder Rauch (Hospitalgrün 1-14)

Mit Rund als Mühlenbetreiber begann die Reihe der Neugründungen, als er 1759 die bereits seit 1478 belegte Hammermühle auf dem Hefenweiler kaufte, die 1730 nach einem Brand wieder aufgebaut worden war. Rund baute dann gleich noch eine Eisenschmelzerei dazu und betrieb diese Anlagen bis 1777. Doch schien ihm die vorhandene Wasserkraft nicht hinreichend genutzt worden zu sein, was ihn zum Bau einer möglicherweise profitableren Ölmühle bewegt haben dürfte. Am 2. September 1777 steht im Ratsprotokoll, dass der Handelsmann Rund darum bitte, ein neues Werk auf dem Hefenweiler einrichten zu dürfen. Im selben Monat bekommt Rund dann die Genehmigung, an der Floßgasse einen Kanal anlegen zu dürfen. So entstand an dem neuen Kanal eine Ölmühle mit vier Wasserrädern. 1780 wurden die Mühlenanlagen so erweitert, dass man auch Tabak, Färbholz und Gips mahlen konnte. Das Geschäft mit dem Öl scheint die Erwartungen jedenfalls erfüllt zu haben, denn 1788 hatte die Mühle schon zehn Ölpressen. Die jährliche Produktion lag bei beachtlichen 1200 bis 1500 Zentnern Öl. Sechs Arbeiter fanden hier ihre Beschäftigung.
(Heinz Tuffentsammer: Heilbronns Mühlen ... S. 27

Katasterkarte, 1900
Auszug aus der Katasterkarte von 1900 mit Neckar, Wilhelmskanal, Wehranlagen, Mühlen, Hefenweiler, Große und Kleine Bleichinsel (Hospitalgrün)


Aufgabe

Schreibe stichwortartig die wichtigsten Entwicklungsschritte der Firma Rund heraus.
Kann man bereits von einer Fabrik sprechen? Begründe.
Beschreibe, wie Georg Friedrich Rund seine Berufstätigkeit veränderte.


 

Bleiweiß
Eigenschaften:
Bleiweiß hat eine sehr hohe Deckkraft und abhängig vom Bindemittel einen schönen Glanz. Es ist schon lange bekannt, dass Bleiweiß giftig ist. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde es zunehmend durch neuerkannte Weißpigmente ersetzt. Zunächst wurde Zinkweiß eingesetzt und mit der zunehmenden Produktion von Barytweiß durch dieses.
Bleiweiß wird heute allgemein durch Titanweiß ersetzt, das in großen Mengen produziert wird, allerdings bieten dessen chemische und physikalische Eigenschaften vor allem für bildende Künstler (Kunstmaler) signifikante Nachteile.

Mühlengebäude auf dem Hefenweiler um 1830
Mühlengebäude auf dem Hefenweiler um 1830

Herstellung:
Bleiweiß ist ein künstlich hergestelltes Pigment. Als Mineral tritt es als Cerussit (ein Bleicarbonat) auf, wegen des Preises (auf Grund weniger Lagerstätten) wurde es nicht als Farbmittel eingesetzt.
In den antiken und mittelalterlichen Schriften wird die Herstellung wie folgt beschrieben: In ein Gefäß werden Bleiplatten oder Bleistücke zusammen mit einer Schale Essig gelegt und dann unter einem Misthaufen eingegraben. Das Blei ist somit den Essigdämpfen und Kohlenstoffdioxid ausgesetzt und wird durch die Fäulnisprozesse im Mist auf einer konstanten Temperatur gehalten. Nach einigen Wochen bildet sich dann auf den Bleiplatten eine weiße Substanz, das Bleiweiß.
In weiteren historischen Verfahren wird metallisches Blei ebenso der Einwirkung von Essigdämpfen und Kohlenstoffdioxid ausgesetzt. Ein Beispiel ist das holländische Loogenverfahren. Die Loogen sind Oxidationsräume, in denen bis zu zehn Tonnen Bleiplatten, eingepackt in Steinzeugtöpfe, die umgeben von Pferdemist und Lohe sind, für etwa vier Wochen der Einwirkung von Wärme, Essigsäure und Luft ausgesetzt sind. Das Bleiweiß wurde aus den Töpfen geschlämmt, getrocknet und gemahlen. In dem Klagenfurter Verfahren treten Weintrester, Bierhefe oder gärungsfähige Obstsäfte an die Stelle von Essig. Diese Herstellungsmethode verläuft langsamer, soll aber zu einem reiner weißen und besonders lockeren Produkt führen. Auf diese Weise ist das erste so genannte Kremserweiß hergestellt worden.

Blick in die 1901 neu aufgebaute Bleiweiß-Schlemmerei auf dem Hefenweiler
Blick in die 1901 neu aufgebaute Bleiweiß-Schlemmerei auf dem Hefenweiler. Aus: 1727-1927. Jubiläumsschrift. Festschrift zum 200-jährigen Jubiläum der Firma Georg Friedrich Rund Heilbronn a. N. 4. September 1927

Im Jahr 1839 wurde von Gustav Dietel in Eisenach zum ersten Mal das deutsche Kammerverfahren praktiziert. Dabei werden ca. ein Millimeter dünne, lange Bleilappen in großen gemauerten Räumen auf Holzgestelle gehängt und einer Atmosphäre von Luft, Kohlenstoffdioxid, Wasser- und Essigdämpfen in bestimmter Dosierung ausgesetzt. Das Blei wird zuerst chemisch in basisch-essigsaures Blei und später dann in basisches Bleicarbonat umgewandelt. Der Bleiweißschlamm wird dann gewaschen, gesiebt, getrocknet und gemahlen.
Heute wird Bleiweiß (Kremser Weiß) aus Bleisalzlösungen hergestellt. Die Verfahren können im Meyers-Lexikon nachgelesen werden. Die Verfahren können im Meyers-Lexikon nachgelesen werden.
Quelle: Wikipedia

Oxydierkammer der Firma Georg Friedrich Rund
Blick in die Oxydierkammer der Firma Georg Friedrich Rund.
Aus: 1727-1927. Jubiläumsschrift. Festschrift zum 200-jährigen Jubiläum der Firma Georg Friedrich Rund Heilbronn a. N. 4. September 1927


Mögliche Aufgabe
Ein Arbeiter erzählt von seiner Tätigkeit (Du arbeitest in der Bleiweißfabrik. Ein Freund von dir ist Bauer auf dem Land. Er überlegt sich, ob er nicht auch in der Fabrik arbeiten soll und fragt dich um Rat).


 

3. b: Papierherstellung am Beispiel der Firma Rauch

Vorgeschichte: Handarbeit

Vor der Beschäftigung mit der Papierfabrik der Firma Rauch kann die althergebrachte Papierherstellung von Hand der maschinellen Papierherstellung gegenübergestellt werden. Eine ausführliche Darstellung und viele Materialien finden sich dazu bei Bernhard Müller: Eine bedeutende Fabrikstadt. Materialien zur Industrialisierung Heilbronns im 19. Jahrhundert.
Die Arbeitsgänge der Papierherstellung von Hand lassen sich anhand des Gedichts „Der Papyrer“ und der Erläuterungen erarbeiten.
Bernhard Müller: „Eine aufstrebende Fabrikstadt, Materialien zur Industrialisierung Heilbronns im 19. Jahrhundert“, S. 15-17

Werbeanzeige der Firma Rauch, 1897
Werbeanzeige der Firma Rauch im Jahr 1897

Papierherstellung als Handwerk
Transkription des Gedichts "Der Papyrer":

Ich brauch Hadern zu meiner Mül
Dran treibt mirs Rad deß wassers viel/
Daß mir die Zschnitn Hadern nelt/
Das zeug wirt in wasser einquelt/
Dauß mach ich Pogn / auff de filtz bring/
Durch preß das wasser darauß zwing.
Denn henck ichs auff / laß drucken wern/
Schneweiß und glatt / so hat mans gern.
(Der Papyer - Holzschnitt aus: Jost Amann, Stände und Handwerker, Frankfurt/Main 1568)

Der Papyrer - Holzschnitt 1568

Aus der Abbildung lassen sich die wichtigsten Arbeitsmittel, die der "Papierer" zur Herstellung des aus 'Hadern" (= Lumpen) gewonnenen Papiers benötigt, entnehmen: das Wasserrad zum Abtrieb der "Stampfe", die Bütte mit Schöpfsieb, die Presse und Trockenvorrichtung für die einzelnen Papierbogen. Für die Zerschneidung und Zerfaserung der Lumpen werden seit 1389, als in Nürnberg die erste Papiermühle in Deutschland in Betrieb genommen wurde, der Universalantrieb des Mittelalters, eben das Mühlrad, benützt. Die Stampf- und Mahlvorgänge erfolgen in einem seit dem 17. Jahrhundert "Holländer" genannten Gefäß, das seinen Namen nach dem Herkunftsland hat und ihn bis in 20. Jahrhundert beibehält. Die Erfindung des Papiers ist bekanntlich eine Leistung der Chinesen; sie wurde durch die Araber nach Europa, zuerst nach Spanien und Italien, gebracht.
Die Papierherstellung erfolgte von Anfang an arbeitsteilig und erforderte mindestens drei Mann: den eigentlichen Papierer (= Meister), der aus dem Faserbrei mit Hilfe eines Drahtsiebs gerade soviel Papierstoff abschöpft, dass dieser sich durch Schütteln zu einem zunächst nassen Bogen verfestigen kann. Dieser wird anschließend von dem "Gautscher" (= Gesellen) zwischen Filze gelegt, gestapelt und gepresst, um dann von einem Dritten (oft den Lehrjungen wie in Abb. 1) zum Trocknen getragen zu werden. Weitere Hilfskräfte (meist Familienangehörige) waren mit dem Sortieren der Lumpen sowie mit dem Trocknen, Leimen und Glätten der Papierbogen beschäftigt. Es handelte sich also von Anfang an um einen manufakturähnlichen Betrieb mit ausgeprägter Arbeitsteilung. 

Die Arbeit an der Bütte war für alle Beteiligten (den Schöpfer, den Gautscher und den Leger) sehr anstrengend und erforderte lange Erfahrung sowie ein hohes Maß an Geschick. Die Entlohnung erfolgte teilweise schon nach dem Stücklohnverfahren. Andererseits betrachteten die Papiermacher ihre Tätigkeit teilweise als Kunst, weil sie die Zubereitung des Papierbreis, das Anbringen des Wasserzeichens sowie das Glätten und Leimen des Papiers als Geheimnis ansahen.
Die Oberflächenbehandlung des geschöpften Papiers war deshalb so wichtig, weil es erst dadurch schreibtauglich wurde und die Tinte nicht verfloss wie beim heutigen Löschpapier. Die Papierbogen wurden durch eine Leimbrühe gezogen, nochmals gepresst und aufgehängt, anschließend einzeln (mit Achatstein) gerieben oder stapelweise mit einem Hammer geglättet. Insgesamt waren (nach einer späteren Quelle) 33 Arbeitsvorgänge nötig, um aus abgetragenen Lumpen beidseitig beschreibbare Blätter herzustellen.
Bernhard Müller: Eine bedeutende Fabrikstadt, Materialien zur Industrialisierung Heilbronns im 19. Jahrhundert, S. 15-17


Aufgabe
Schreibe stichwortartig die wichtigsten Arbeitsgänge bei der Papierherstellung von Hand auf.



Maschinelle Papierherstellung
Im Folgenden kann die Leistungskraft der Papiermaschinen der handwerklichen Herstellung gegenübergestellt werden.

Die Leistungskraft der Papiermaschinen
Auf die "Fragen des volkswirtschaftlichen Ausschusses der verfassungsgebenden Nationalversammlung über die Papier-, Pappe-... farbige Papier-Verfertigung, zum Behuf der Entwerfung eines allgemeinen deutschen Zolltarifs" antwortete G. Schaeuffelen aus Heilbronn:
"Die Produktion beträgt täglich 600- 1000 m endloses Papier. Während nach der alten und selten noch angewandten Art, das Papier mit einer Hand zu schöpfen, höchstens 100 m jeden Tag und noch dazu in einer rauen und geringeren Qualität erzeugt werden.
Die Maschinen wurden früher aus England, Mühlhausen und Zürich bezogen, in den letzten 10 Jahren kamen solche aber in hoher Vollkommenheit aus den Ateliers von Dingler in Augsburg, Reichenbach´sche Maschinenfabrik daselbst, Maschinenfabrik Berlin, J. Widmann hier, und aus meiner eigenen, indem ich hier jetzt 23 Stück gebaut habe.
Dieser Industriezweig steht aber gegenwärtig stille, indem durch die vorhandenen Maschinen dem Bedarf Genüge geleistet zu sein scheint. Die Werke werden durch Wasserkraft getrieben."


Papiermaschine bei der Papierfabrik Rauch, um 1905
Ca. 1905: Eine der beiden Papiermaschine bei der Papierfabrik Rauch. Sie konnte Papier bis 1,50 m Breite herstellen.

Von den zwei Schaeuffelen'schen Papiermaschinen konnte die eine in 24 Stunden bis zu 3000 Kilo oder 35 000 Bogen feinen Karton, die andere ca. 1000 Kilo oder 250 000 Bogen Seidenpapier bester Qualität herstellen, während ein geübter Büttengeselle täglich ca. 800 Bogen Papier herstellen konnte. Auch die Papierbreite konnte vergrößert werden: die erste Papiermaschine bei den Gebrüdern Rauch lieferte um 1839 Papier in 60 Zoll (= 152 cm) Breite in einem fortwährenden Arbeitsgang; um 1900 werden Arbeitsbreiten von 2,50 m, heute solche von 8 m erreicht. Allerdings wird die Produktionssteigerung teilweise mit einem Qualitätsverlust des Papiers erkauft. Die Haltbarkeit industriell gefertigter Papiere ist wegen der Beigabe chemischer Substanzen geringer als diejenige der handgeschöpften Papierbogen. Der von den Fachleuten "Papierfraß" genannte Selbstzerstörungsmechanismus in den maschinell hergestellten Papiersorten bedroht inzwischen ganze Bibliotheken.
Aus: Bernhard Müller: Eine bedeutende Fabrikstadt. S. 34

Werkstattsaal der Papierfabrik G. Schaeuffelen
Blick in einen Werkstattsaal der Papierfabrik G. Schaeuffelen. Die Kraftübertragungseinrichtungen prägen den Raum.

Die Entwicklung der Firma Rauch
Wie andere Handelshäuser auch vollzog die Firma Rauch den Wandel vom Handel zur Produktion. Die Gebrüder Rauch handelten mit Kolonialwaren wie Kaffee, Zucker und Gewürzen, die aus englischen , französischen und holländischen Kolonien stammten und die sie unmittelbar aus Holland bezogen. Von Heilbronn aus wurden die Waren nach Süddeutschland weiterverkauft. Als der Handel in der Zeit Napoleons ins Stocken geriet, suchten sich die Gebrüder Rauch ein neues Standbein und stiegen in die Papierproduktion ein.
Nach: Bernhard Müller, S. 40

Wohn- und Geschäftshaus der Familie Rauch am Heilbronner Marktplatz, um 1900
Das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Rauch am Heilbronner Marktplatz um 1900 (das sogenannte Rauchsche Palais, erbaut 1804-1807).
Im Erdgeschoss waren die Büroräume, in der Belle Etage die Repräsentationsräume


Aufgabe:
Stelle in einer Tabelle die Papierherstellung von Hand der Papierherstellung mit Maschinen gegenüber.


Das Firmenportrait der Firma Rauch aus dem Jahre 1910 stellt den Erfolg des Betriebs dar und zeigt das Wachstum der Papierfabrik.


Aufgabe
Beschreibe anhand des Firmenportraits der Firma Rauch und des Bildes des Rauchschen Palais am Marktplatz die Entwicklung der Firma. Hinweis: Im Erdgeschoss des 1804-1807 erbauten Hauses befanden sich die Büroräume der Firma, in der „Belle Etage“ die Repräsentationsräume.


 

Firmenportrait Gebrüder Rauch, 1910

Aus: 225 Jahre Gebrüder Rauch. Heilbronn 1987

 


Eine abenteuerliche Ausnutzung der Wasserkraft des Neckars im Jahr 1888 belegt die Seiltransmission über den Neckar, mit deren Hilfe die Fa. Rauch die Energie der Stadt Heilbronn aus der Brückenmühlgasse pachtete und mit Hilfe von 90 m langen Drahtseilen, die über den Neckar gespannt wurden, ihre Holländeranlage antrieb, eine störungsanfällige und schwer steuerbare Kraftübermittlung.

Transmissionsanlage der Firma Rauch mit Drahtseilen über den Neckar
Quer über den Neckar sind die Drahtseile der Transmissionsanlage gespannt

Die Kraftübertragung geschah außerdem mittels Wellen, Getrieberädern und Treibriemen. Anschaulich dargestellt ist die Transmission in der Aufnahme vom Werkstattsaal der Papierfabrik G. Schaeuffelen.
(nach: Heinz Tuffentsammer: Heilbronns Mühlen – Industrielle Keimzellen. Dokumente zur Mühlengeschichte am Neckar. Museo 15/2000, Städtische Museen Heilbronn 2000. S. 42, 46

Übertragung der Wasserkraft vom Wasserrad auf die Drahtseile
Übertragung der Wasserkraft vom Wasserrad auf die Drahtseile